Nicholas I Bolivien I Juli 2013

Mit einem mulmigen Gefühl entschied ich mich schlussendlich doch nach Bolivien zu gehen um im Centro Paralisis Cerebral  und im Oncologico (Krebsinstitut Santa Cruz) einen Hilfseinsatz zu leisten. Mulmig, weil  ich alleine, mit nahezu ohne Spanischkenntnissen und mit der  leeren Maturaarbeit  den Weg nach Santa Cruz aufnahm.

Dabei wurde ich sehr lieb von meiner Gastfamilie Aramayo Medina empfangen. Sie haben mir das Gefühl gegeben, mich wie zuhause zu fühlen.
Dienstag 9.Juli konnte ich endlich im Centro Paralisis Cerebral meine Freiwilligenarbeit starten. Ich half einer Gruppe Jugendlicher und Erwachsenen in der Werkstatt um ihnen teilweise beim Zeichnen als auch beim Zählen der Perlen zu helfen und so weiter. Schon nach wenigen Tagen wurde ich von allen Arbeiter/innen und Beeinträchtigten des CPC  ins Herz geschlossen.
Ab der 2. Woche begann ich die Arbeit mittwochs im Oncologico, welche aber nur mit Bauchschmerzen bewältigt werden konnte.  Der Schuldige, die aufgegabelte Lebensmittelvergiftung von den Vortagen, als ich mit der Gastfamilie übers Wochenende in Sucre und Potosi für einen Kurzausflug war. Fantastische Ereignisse übers Wochenende abgerundet mit einem einzigen Tiefpunkt, die Vergiftung.
..zurück zu den gesunden Tagen!

Von 15.00 bis 18.00 Uhr waren wir im Institut um mit den Kindern vor Ort Mathematik zu lernen oder mit Ihnen zu spielen. Hier habe ich am Meisten das Gefühl gehabt, dass ein Hilfseinsatz viel bewirken kann. Wenn man nur schon mit einem Lächeln auf den Lippen sich mit den Kindern beschäftigte, haben die anwesenden Müttern sich in Ruhe abwenden können, um sich eine Pause zu gönnen. Man sieht, wie sehr die Kinder und Mütter auf die Hilfe angewiesen sind. Einerseits bringt bekanntlich die Lebensfreude Kraft im Kampf gegen den Krebs, andererseits sind die Mütter auf Entspannung angewiesen. Doch leider währte mein Hilfseinsatz unter den Krebskranken Kinder nur 3 Tage, da Raquel, die Lehrerin und ich keinen Zutritt mehr bekamen, wegen einer Epidemie die umherging.
Bis zur letzten Woche habe ich Mandalas im Oncologico mit Raquel für die Kinder vorgezeichnet oder andere Bastel- und Malarbeiten ausgeführt.
Dafür arbeitete ich nun wieder vermehrt für CPC. Die Fröhlichkeit hier war nun wirklich ansteckend!!
Ich feierte mit dem ganzen Centro den Freundschaftstag, welcher trotz dem Wärmeeinbruch deine Hüften kramphaft zum Kreisen gebracht haben. Musik und Tanz gehört hier zum Alltag wie Poulet und Reis und auch die Geschenkverteilung wird hier gross zelebriert.  Leider näherte sich dann alsbald man immer besser die lustigen Leute kennenlernte als auch die Spanischkenntnisse immer stetig stiegen, das unwillkommene Ende. Als ich am Montag meinen letzten Arbeitstag geniessen durfte, hat man mich auf Einmal mit einer Abschlussfeier überrascht!
Welch ein warmes und eindrucksvolles Erlebnis. Nun überhäuften mich die Kinder und Erwachsenen aus allen Gruppen mit ausgeschmückten Abschiedsbriefen und einem T-Shirt vom Paralisis.

Rückblickend kann ich trotz meiner kurzen 3-wöchigen Zeit sagen, dass dieser Hilfseinsatz mich tief beeindruckt hat. Jedoch liegt das an der Freundlichkeit und Offenheit der Bolivianer in Santa Cruz. Meine Spanischkenntnisse haben sich stark verbessert .Ich konnte bereits den Kontext verstehen und  ein bisschen Spanisch reden, genügend um sich einigermassen wenn auch manchmal mühevoll zu unterhalten. Das war kein Hindernis, um sich hier wie in einer grossen Familie zu fühlen.
Ich kann mir nicht vorstellen was das für ein Käferfest geworden wäre, wenn man alles verstanden hätte und auch durch bessere Spanischkenntnisse noch mehr hätte bewirken können.
Wegen meiner Maturaarbeit (Kann die Verstaatlichung der Rohstoffbranche unter Evo Morales die Armut lindern?) konnte ich meistens nur halbtags arbeiten.
Ich bin so froh diese Entscheidung getroffen zu haben, alleine nach Bolivien zu gehen und diese fantastischen Leute kennenzulernen. Nach meiner Matura zieht es mich bestimmt wieder zurück nach Santa Cruz!
Meine Zeit in Bolivien:6.Juli-31.Juli,eigentlich wäre ich am 30. zurückgeflogen, doch da haben mir die Flugzeiten einen heimtückischen Streich gespielt ;)

Ich danke herzlich Caro und Simon für die Einführung in Gotita Roja und die Ermöglichung für den Freiwilligeneinsatz!
Natürlich auch allen Spanischsprachigen Menschen, die ich kennenlernen durfte!